
Kundenhintergrund
Bayer Antwerpen ist ein wichtiger Produktionsstandort innerhalb der globalen Crop-Science-Division von Bayer und arbeitet in einem komplexen industriellen Umfeld, das chemische Prozesse, Versorgungsanlagen und Verpackungsaktivitäten miteinander verbindet. Der Standort umfasst verschiedene Aktivitäten, darunter sowohl Bayer-eigene Produktionseinheiten als auch Aktivitäten von Partnern, die ein hohes Maß an Koordination, Sicherheit und Zuverlässigkeit erfordern.
Als Teil eines globalen Industriekonzerns verwaltet Bayer Antwerpen eine Vielzahl unterschiedlicher Anlagen in Batch-Prozessen und regulierten Umgebungen wie ATEX-Zonen. Eine gleichbleibend hohe Leistung unter diesen unterschiedlichen Bedingungen ist entscheidend, um die Produktionskontinuität und die Betriebssicherheit zu gewährleisten.
I-care ist seit mehr als zehn Jahren ein zuverlässiger Partner von Bayer Antwerpen und unterstützt den Standort bei der Entwicklung und Stärkung seiner Strategie für vorausschauende Instandhaltung (PdM) und Reliability Engineering. Im Laufe der Zeit hat sich diese Zusammenarbeit von der traditionellen Schwingungsanalyse hin zu fortschrittlicheren Ansätzen entwickelt – im Einklang mit Bayers Ziel, von periodischen Offline-Messungen zu einer kontinuierlicheren und skalierbaren Überwachung überzugehen.
Dieser Übergang legte den Grundstein für eine flexiblere Überwachungsstrategie, die unterschiedliche Technologien und Methoden kombiniert, um den betrieblichen Anforderungen des Standorts besser gerecht zu werden.
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Sensoren zu implementieren verhindert keine Ausfälle. Das tun Menschen.
Tim Van de Velde — Reliability Specialist at Bayer
Herausforderungen
- Begrenzte Transparenz zwischen periodischen Messungen
- Einheitlicher Überwachungsansatz für alle Anlagen
- Einschränkungen durch Batch-Prozesse und ATEX-Umgebungen
- Erhöhtes Risiko von Stillständen, Produktionsverlusten und unentdeckten Ausfällen
Wenn periodische Überwachung nicht mehr ausreicht
Bevor Bayer Antwerpen seinen Ansatz weiterentwickelte, setzte der Standort auf ein traditionelles Schwingungsüberwachungsprogramm mit periodischen Messrundgängen. Diese wurden in der Regel alle drei Monate und nur bei laufenden Maschinen durchgeführt, wodurch lange Zeiträume ohne Einblick in den Zustand der Anlagen entstanden.
Für alle Anlagen wurde derselbe Ansatz angewendet – unabhängig von ihrer Kritikalität oder ihrem betrieblichen Kontext. In einem komplexen Umfeld mit Batch-Prozessen, ATEX-Zonen und einer großen Vielfalt an Maschinen und Anlagen zeigten sich die Grenzen dieses einheitlichen Ansatzes schnell.
In der Praxis führte dies zu mehreren Herausforderungen. Messungen mussten häufig außerhalb der regulären Arbeitszeiten durchgeführt werden, während bestimmte Anlagen eine zusätzliche Überwachung erforderten, die sich nur schwer in feste Zeitpläne integrieren ließ. Dadurch war es nicht immer möglich, über alle Abteilungen hinweg einen klaren und aktuellen Überblick über den Zustand der Anlagen zu behalten.
Aufgrund der langen Intervalle zwischen den Messungen konnten potenzielle Probleme unentdeckt bleiben. Dies erhöhte das Risiko unerwarteter Ausfälle, verlangsamte die Reaktionszeiten und setzte den Betrieb dem Risiko von Stillständen, Produktionsverlusten und Sicherheitsproblemen aus.
Mit steigenden betrieblichen Anforderungen wurde deutlich, dass eine flexiblere und reaktionsschnellere Arbeitsweise erforderlich war – ein Ansatz, der kontinuierliche Transparenz ermöglicht, die Kritikalität der Anlagen berücksichtigt und schnellere, fundiertere Entscheidungen unterstützt.
Lösungen
- Hybride Überwachungsstrategie aus manuellen und drahtlosen Messungen
- Drahtlose Wi-care™-Schwingungssensoren für kritische Anlagen
- Abonnementmodell für vorausschauende Instandhaltung
- Schrittweise Einführung mit dem Ziel, alle kritischen Anlagen abzudecken
Aufbau einer flexiblen Überwachungsstrategie
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, implementierten Bayer Antwerpen und I-care einen flexibleren Überwachungsansatz, der auf einer hybriden Strategie aus manuellen Messungen und drahtloser Überwachung basiert.
Durch die Kombination fortschrittlicher Überwachungstechnologien mit praktischer Expertise vor Ort stellt Bayer Antwerpen sicher, dass Erkenntnisse nicht nur gewonnen, sondern auch richtig verstanden und in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Dieses Gleichgewicht zwischen digitalen Werkzeugen und menschlicher Entscheidungsfindung steht im Mittelpunkt des Ansatzes für vorausschauende Instandhaltung und Reliability Engineering.
Anstatt sich ausschließlich auf automatisierte Systeme zu verlassen, liegt der Schwerpunkt darauf, die Teams dabei zu unterstützen, auf Grundlage präziser und zeitnah verfügbarer Daten fundierte Entscheidungen zu treffen. Dadurch werden sowohl die Reaktionsfähigkeit als auch die langfristige Zuverlässigkeit gestärkt.
Diese enge Zusammenarbeit schafft zudem eine echte Partnerschaft. Mats Ribbens, Customer Success Manager bei I-care, erklärt:
„Wenn man mit Bayer zusammenarbeitet, wird man als Kollege und nicht als Lieferant betrachtet. Dadurch können wir zur Entscheidungsfindung beitragen und genau dann bessere Unterstützung bieten, wenn sie am wichtigsten ist.“
Anstatt für alle Anlagen dieselbe Methode anzuwenden, wird die Überwachungsstrategie an die Kritikalität, die Betriebsbedingungen und die Sicherheitsanforderungen – beispielsweise in ATEX-Umgebungen – angepasst.
Kritische Anlagen, insbesondere bei eingeschränktem Zugang oder komplexeren Bedingungen, werden mit drahtlosen Wi-care™-Schwingungssensoren überwacht. Weniger kritische Anlagen werden durch gezielte manuelle Schwingungsmessungen überwacht. Die deutsche I-care-Seite beschreibt Wi-care™ ausdrücklich als Lösung für eine groß angelegte drahtlose Zustandsüberwachung.
Dieser Ansatz konzentriert die Überwachungsmaßnahmen dort, wo sie den größten Mehrwert bieten, und gewährleistet gleichzeitig eine angemessene Abdeckung des gesamten Anlagenbestands.
Vorausschauende Instandhaltung mit einem abonnementbasierten Überwachungsmodell skalieren
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Ansatzes ist das Subscription-Modell von I-care – Vorausschauende Instandhaltung als Dienstleistung. Damit kann Bayer Antwerpen die drahtlose Überwachung als vollständig verwalteten Service einsetzen.
Das Modell umfasst die Installation der Sensoren, die Datenerfassung, die Schwingungsanalyse durch Experten sowie den Zugang zur KI-gestützten I-see™-PdM-Plattform von I-care. Gleichzeitig behalten die Bayer-Teams die vollständige Kontrolle über ihre Instandhaltungsentscheidungen, ohne dass hohe Anfangsinvestitionen erforderlich sind.
Die Einführung begann 2024 mit einem Proof of Value, bei dem die drahtlose Überwachung an ausgewählten Anlagen eingesetzt wurde, um ihre Wirkung unter realen Betriebsbedingungen zu validieren.
Die Lösung wird nun schrittweise auf den gesamten Standort ausgeweitet. Ziel ist es, bis Mitte 2026 alle kritischen Anlagen zu überwachen. Heute sind bereits 165 von rund 700 Anlagen am Standort mit Wi-care™-Sensoren ausgestattet.
Die Daten aus manuellen Inspektionen und drahtlosen Sensoren werden zentral erfasst und von den Schwingungsspezialisten von I-care analysiert. Dadurch können Anomalien früher erkannt werden als bei periodischen Messungen.
Die Ergebnisse werden über zentrale PdM-Dashboards der I-see™-Plattform bereitgestellt. Dadurch erhält das Bayer-Team einen klaren und kontinuierlich aktualisierten Überblick über den Zustand der Anlagen. Gleichzeitig können Instandhaltungsmaßnahmen besser priorisiert und Eingriffe effizienter geplant werden. I-care beschreibt I-see™ auf seiner deutschen Website als KI-gestützte Plattform, die sich mit Wi-care™ integrieren lässt und potenzielle Probleme frühzeitig erkennt.
Durch die kontinuierliche Anpassung des Verhältnisses zwischen Online-Überwachung und manueller Nachverfolgung kann Bayer Antwerpen seinen Ansatz laufend optimieren. Diese Flexibilität ermöglicht es, die Überwachungsstrategie gemeinsam mit den betrieblichen Anforderungen weiterzuentwickeln und gleichzeitig eine effektive und skalierbare Zuverlässigkeitsstrategie sicherzustellen.
Ergebnisse & Auswirkungen
- Frühere Erkennung von Anomalien und schnellere Reaktionszeiten
- Verbesserte Transparenz durch zentrale PdM-Dashboards Weniger
- Überwachungslücken und eine proaktivere Instandhaltung
- Skalierbare Einführung an weiteren Bayer-Standorten
Kontinuierliche Daten in schnellere und intelligentere Entscheidungen umwandeln
Der Übergang zu einer hybriden Überwachungsstrategie, unterstützt durch das Subscription-Modell von I-care und die drahtlosen Wi-care™-Sensoren, hat die Art und Weise, wie Bayer Antwerpen seine Anlagen verwaltet, deutlich verbessert.
Aus einem Prozess mit begrenzter Transparenz zwischen periodischen Messungen ist ein System mit kontinuierlicheren Einblicken und schnelleren Reaktionsmöglichkeiten geworden.
Da die Wi-care™-Sensoren kontinuierlich Daten erfassen und an die I-see™-Plattform übertragen, können Anomalien heute deutlich früher erkannt werden.
Anstatt auf die nächste Messrunde warten zu müssen, werden die Teams bereits beim Auftreten von Abweichungen informiert. Dadurch haben sie genügend Zeit, die Situation zu bewerten, Eingriffe vorzubereiten und die geeigneten Maßnahmen festzulegen.
Diese frühzeitige Transparenz ermöglicht es den Teams, Situationen schneller einzuschätzen, geeignete Maßnahmen vorzubereiten und fundierte Entscheidungen zu treffen. So lässt sich das Risiko unerwarteter Ausfälle, Stillstände und Produktionsverluste reduzieren.
Die verbesserte Transparenz wird zusätzlich durch zentrale Dashboards innerhalb der I-see™-Plattform unterstützt, die einen klaren und aktuellen Überblick über den Zustand der Anlagen am gesamten Standort bieten. Die Instandhaltungsteams können Maßnahmen effektiver priorisieren, schneller Entscheidungen treffen und ihre Anlagen mit größerer Sicherheit verwalten.
Mehrere Praxisbeispiele verdeutlichen diese Auswirkungen. Ein plötzlicher Anstieg der Schwingungen an einem kritischen Motor wurde durch die Schwingungsüberwachung frühzeitig erkannt. Dadurch konnten die Teams den Eingriff vorausschauend planen, Ersatzteile rechtzeitig vorbereiten und den Austausch kontrolliert durchführen, wodurch betriebliche Beeinträchtigungen begrenzt wurden.
Bei Pumpen von Kühltürmen wurden Lagerprobleme rechtzeitig erkannt, sodass Folgeschäden vermieden werden konnten. In einem weiteren Fall halfen Schwingungsdaten dabei, den Reinigungszyklus einer Zentrifuge zu optimieren und so die Prozesseffizienz zu steigern, ohne die Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen.
Über diese einzelnen Beispiele hinaus ist die Gesamtwirkung deutlich sichtbar. Mit fortschreitender Einführung steigt die Zahl der überwachten Anlagen kontinuierlich. Von den rund 700 Anlagen am Standort sind bereits 165 mit drahtlosen Sensoren ausgestattet, wobei bis Mitte 2026 alle kritischen Anlagen abgedeckt werden sollen.
Überwachungslücken werden schrittweise reduziert und die Teams entwickeln sich von reaktiven Eingriffen hin zu einer vorausschauenden Arbeitsweise, die auf kontinuierlichen Daten und der Expertise der Schwingungsanalyse-Spezialisten von I-care basiert.
Aufbauend auf diesen Ergebnissen hat Bayer bereits damit begonnen, diesen Ansatz an weiteren Standorten einzuführen. Weitere Erweiterungen sind geplant. Dies bestätigt sowohl die Skalierbarkeit der Lösung als auch ihre Rolle als wichtiger Wegbereiter für die Stärkung der vorausschauenden Instandhaltung (PdM) und des Reliability Engineering innerhalb der gesamten Organisation.
Fazit / Nächste Schritte
Was als Weiterentwicklung der Anlagenüberwachung begann, ist zu einer skalierbaren Grundlage für die vorausschauende Instandhaltung bei Bayer Antwerpen geworden.
Aufgrund der erfolgreichen Ergebnisse am Standort und der laufenden Implementierungen an weiteren Standorten wird das Modell nun weiter ausgebaut und bestätigt damit seinen Mehrwert über einen einzelnen Produktionsstandort hinaus.
Möchten Sie von periodischer Überwachung zu einem skalierbaren, hybriden Ansatz für vorausschauende Instandhaltung wechseln?









